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Konflikt ArtikelEin Konflikt (lat.: confligere = aneinandergeraten, kämpfen; PPP: conflictum) ist die Folge von wahrgenommenen Differenzen, die gegenseitig in dem Widerspruch stehen und eine Lösung erfordern. Die Konfliktforschung erforscht die Ursachen und entwickelt Lösungsstrategien, um die Auswirkungen eines Konfliktes begrenzen zu können.
Buch-Tipp: Die Geschichte der Israelis und Palästinenser Ein beispielhaftes Buch über einen unendlichen Konflikt - dieses Buch gehört in jede öffentliche Bibliothek Der Konflikt um "Erez Israel", wie es die Juden bezeichnen, oder "Palästina", wie es die Palästinenser nennen, ist uralt. Es vergeht kaum ein Monat, wo nicht dieses umstrittene und umkämpfte Gebiet und die Menschen, die dort leben und... | |
Stehen sich mindestens zwei verschiedene Ansichten oder Interessen unvereinbar gegenüber, liegt eine Konfliktsituation vor. Dies ist möglich
- innerhalb und zwischen Personen (Seelische, Beziehungs-, Weltanschauungs-, Kultur-, Interessen-Konflikte),
- innerhalb und zwischen Gruppen, Unternehmen, Organisationen (Beziehungs-, Weltanschauungs-, Kultur-, Interessen-Konflikte),
- innerhalb und zwischen Gesellschaften und Staaten (Weltanschauungs-, Kultur-, Interessen-Konflikte) sowie,
- nicht zuletzt, zwischen einzelnen Personen und diesen Zusammenschlüssen.
Buch-Tipp: Die Humorstrategie. Auf verblüffende Art Konflikte lösen Nicht stets lustig, aber wichtig! „Die Humorstrategie" von Michael Titze und Inge Patsch aus dem Hause KÖSEL hat mich - neben vielem Schmunzeln - auch zu dem Nachdenken angeregt: Der Titel führte mich zu sehr auf die Fährte „Strategie", auf konkrete, ausführliche, stringent aufeinander aufgebaute Handlungskonzepte. Wollte ich mich zu... |
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Die Lösung eines Konflikts ist primär vom Verhalten der Beteiligten abhängig.
Meist wird eine friedliche Beilegung angestrebt (siehe jedoch: Harmoniestreben).
In diesem Idealfall wird ein Konflikt von den Beteiligten besprochen und in dem Konsens beigelegt (siehe auch: Win-Win-Strategie).
Häufig ist ein solcher Weg im persönlichen Bereich schwer zu unterscheiden von Vermeidungsstrategien aus Angst-, Schuld-, Scham- oder Minderwertigkeitsgefühlen gegenüber einer offenen Auseinandersetzung mit dem Konfliktthema oder dem Konfliktpartner (nach Rupert Lay, s.u.).
Auch Tabus können dabei in dem Spiel sein.
Die Grenzen zu einer Scheinbeilegung durch Verdrängung sind dann fließend.
Ein "reinigendes Gewitter" kann demgegenüber viel konstruktiver sein.
- Da Konflikte ihre Ursache in einem Widerspruch haben, wird häufig der Stärkere versuchen, den Widerspruch zugunsten seiner eigenen Sichtweise aufzulösen. Dies kann den Konflikt jedoch nicht beheben, weil der Schwächere mit der scheinbaren Lösung einem erneuten Konflikt ausgesetzt wird.
Entscheidend für den angemessenen Umgang mit einer Konfliktsituation ist die Frage, ob nach der Klärung eine konstruktive Fortsetzung des Kontakts mit dem Anderen erwünscht ist, oder nicht:
- Es hat keinen Sinn, in eine kooperative Konfliktklärung zu investieren (vielleicht nur, um "Recht" oder "nicht Unrecht" zu behalten), wenn man an der dadurch ermöglichten Kontaktfortsetzung kein Interesse hat. Gleiches gilt - da immer Zwei dazugehören -, wenn der Andere durch sein Verhalten signalisiert, an einer Fortsetzung des Kontakts kein Interesse zu haben.
- Da kann es friedlicher für alle Beteiligten sein, das Fortbestehen eines Konflikts einfach zu konstatieren, zu akzeptieren und es dabei bewenden zu lassen.
Tatsächliche Konfliktlösungen reichen von Gesprächen zwischen den Beteiligten - wie bei Mediationen oder Tarifverhandlungen - bis zu gewalttätigen Auseinandersetzungen - wie bei zwischenstaatlichen Kriegen oder innerstaatlichen Bürgerkriegen.
"Dazwischen" liegen die Varianten der rechtlichen bzw. gerichtlichen Klärung, die keineswegs die Form von Schlammschlachten annehmen müssen, sondern als professionelle Delegation des Problems an Rechtsanwälte gehandhabt werden können, um sich selbst von der zeit- und kräftezehrenden Klärungsprozedur zu entlasten.
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Bereiche in denen häufig Konflikte auftreten:
Buch-Tipp: Die Rolle der Geliebten in der Dreiecksbeziehung Eine Beschreibung zum Buch " Die Rolle der Geliebten in der Dreiecksbeziehung" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet. |
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In der Politikwissenschaft ist Konflikt definiert als "Interessengegensatz (Positionsdifferenz) um nationale Werte von einiger Dauer und Reichweite zwischen mindestens zwei Parteien (organisierten Gruppen, Staaten, Staatengrupppen, Staatenorganisationen), die entschlossen sind, sie zu ihren Gunsten zu entscheiden." (Quelle: Konfliktbarometer 2003 des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung [1] (http://www.hiik.de).
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Institutionalisierung von Konflikten | |
Unter der Institutionalisierung v. K. versteht man die Austragung oder Beilegung eines Konfliktes, wenn er an eine Institution weitergegeben wurde.
Diese Institution oder Instanz verfährt dabei mit Regeln, die von den Konfliktpartein anerkannt sind. Die Streitparteien, bzw. Opfer und Täter werden von nicht an dem Konflikt beteiligten Personen gerichtet (Bsp.: Gericht). Dabei werden emotionale und sachliche Komponente des Konflikts voneinander getrennt.
Konflikte können stark oder schwach institutionalisiert sein. Die Fehde, ein schwach institutionalisierter Konflikt, hat einerseits viele Regeln, die von den Konfliktparteien anerkannt sind (bspw. Existenz eines legitimen Fehdegrunds, formale Ankündigung etc.), also alles Anzeichen von Institutionalisierung, andererseits wird die Konfliktaustragung von den Streitparteien selbst besorgt (keine gesellschaftliche Ausdifferenzierung); die emotionale und sachliche Komponente des Konflikts werden nicht
getrennt: Freunde der jeweiligen Konfliktparteien haben nicht ca. das Recht, sondern sogar die Pflicht beizustehen, und erzeugen dadurch übrigens weitere Konflikte.
Nach Marx ist die Geschichte der Vergesellschaftung nichts anderes als eine Geschichte von Klassenkämpfen, wobei der Konflikt als treibender Motor gilt. Jedoch kann Klassenkampf nicht institutionell befriedet werden, da sein Absicht zwar nicht die physische, wohl aber die soziale Vernichtung des Gegners ist, d.h. der Untergang einer Klasse: Alle Besitzer von Produktionsmitteln sollen enteignet werden und damit die Basis ihrer materiellen
und sozialen Ausbeutungsmöglichkeiten beraubt werden.
Die Ehescheidung ist eine stark institutionalisierte Konfliktaustragung, denn beide Parteien geben hierbei ihre stark emotional beladenen Streitigkeiten einem Gericht weiter, dessen Regeln sie selbstverständlich akzeptieren.
Buch-Tipp: Klärungshilfe klares klären und hilfreich helfen Dieses bewährte Handbuch (Ersterscheinung 1988) ist ein Dauerbrenner und hat schon vielen Beratern geholfen. Schwierige Gespräche und Situationen gibt es ja zuhauf in der pädagogischen und psychologischen Arbeit. Und da tut es gut, wenn man einen Begleiter hat. Christoph Thomann und Friedemann Schulz von Thun... |
Weiterführende Informationen | |
Siehe auch:
Einschlägig, aber in der Soziologie (anders als in der Philosophie) nicht rezipiert ist die "Machologie" (wörtl.: 'Kampfwissenschaft') des Philosophen und Schachgroßmeisters EmanueL Lasker .
Buch-Tipp: Klärungshilfe 3 - Das Praxisbuch. Das Praxisbuch Um ausführliche Informationen zum Buch " Klärungshilfe 3 - Das Praxisbuch. Das Praxisbuch" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet. |
Weiteres zu dem Artikel Konflikt |
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